Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

VIDEOPANEL 2008 - 25. Januar bis 1. Februar 2008, Clemens-Schultz-Straße 85-87, Hamburg St. Pauli

Videoform Filmform

Videoform Filmform

Stile der Stadt präsentiert das VIDEOPANEL 2008 in einem ehemaligen Weinladen auf St. Pauli mit einer Ausstellung über wechselseitige Einflüsse zwischen Film, Video und Kunst. Eingeladen sind elf Künstlerinnen und Künstler, die mit ihren Videos auf altbekannte Formate des Kinos zurück greifen wie beispielsweise den Dokumentarfilm, Theaterfilm, Revuefilm, Horrorfilm, Autorenfilm, die Filmerzählung oder das architektonische Filmset. Filmsequenzen werden verlangsamt, zerlegt, rekonstruiert und unter neuem thematischen Blickwinkel zusammen gesetzt. Sie betreffen filmische Zeitverläufe, Schnittechniken, das Bildgedächtnis, die Erzeugung von Atmosphären und virtuelle Realitäten. Eine Gemeinsamkeit der Filme und Videos der Ausstellung ist der wiederkehrende Impuls, scheinbar unverbundenene parallele Ereignisse aufeinander zu beziehen und die Erfahrung des Zeit-Raum-Kontinuums durch den Einsatz von Medien zu verändern.

Film hat wie kein anderes Bildmedium die Arbeitsteilung im Kapitalismus an sich selbst vollzogen und im frühen 20. Jahrhundert zur neuen Industrieform entwickelt. Video resultiert, wie das Fernsehen, aus Erfindungen während des zweiten Weltkriegs. Es steht als elektronisches Medium der Postmoderne näher und ist technisch wie entstehungsgeschichtlich zwischen dem analogen Film und dem digitalen Hypermedium Computer zu verorten. Video profitiert von beiden Technologien und entwickelt eigene Kennzeichen, ohne seine ‚Konkurrenten’ zu ersetzen. Es hat im Gegenteil das digitale Format heute die elektronische Magnetbandaufzeichnung nahezu vollständig abgelöst. Dennoch prägen die ästhetischen Errungenschaften von Video weiterhin die visuelle Kultur: Feedback, Found-Footage, Zitat und Aneignung, Loop, Entschleunigung, 3-D Animation und die räumliche Installation stellen formale Verbindungen zwischen den Medien Film, Video und Computer her.

Die Ausstellung umfasst Filme und Videos mit den Formaten Second Life, Digital Video, 16 mm Film, 35 mm Film, Farbe, S/W, mit und ohne Ton, bei einer Gesamtlänge von 110 Minuten. Eine Jury wählt eine Arbeit für den 2. Internationalen Videokunstpreis/Hamburg aus, der von Pilsner Urquell gestiftet wurde. Die Besucher entscheiden über den Feedback-Preis, dotiert von Glashäger.