Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

VIDEOPANEL 2008 - 25. Januar bis 1. Februar 2008, Clemens-Schultz-Straße 85-87, Hamburg St. Pauli

Videoform Filmform

Karina Nimmerfall

Karina Nimmerfall *1971, lebt in Berlin

Ausstellungen (Auswahl)
2007 Power Play, Landesgalerie Linz
2006 Double Location, Bucket Rider Gallery, Chicago
2005 Second Unit, Galerie Grita Insam, Wien
2004 Day for Night (Amerikanische Nacht), Bucket Rider Gallery. Chicago
2000 Video Home, KX.Kampnagel, Hamburg

Stipendien (Auswahl)
2007 Cité Internationale des Arts, Paris
2003/04 Auslandsstipendium BKA Wien, Artist in Residence, Chicago
2002 MAK Schindler Stipendium. Artist in Residence, MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles 

Executive Office (Contemporary Modern)

2007, 2-Kanal Raum-Videoinstallation, Farbe, kein Ton, Loop
Courtesy Galerie Grita Insam, Vienna

Sie nutze die „Bildökonomie Hollywoods, um Raum-Bilder zu konstruieren“, sagt die österreichische Künstlerin Karina Nimmerfall. Sie analysiert so genannte ‚Establishing Shots’, wohl kalkulierte Überblicksbilder zu Beginn eines Films, die eine Stimmung charakterisieren sollen. Ausgehend von der Geometrie solcher Bilder errichtet sie Wandbauten. Die projizierten Aufnahmen basieren zumeist auf Stills aus populären Fernsehserien. Nimmerfall übersetzt ebenso deren Farbigkeit und Farbtemperatur in die präzise räumliche Anordnung. Die Installation ist begehbar. In Bewegung verändern sich die Perspektiven und vervielfältigen den Fluchtpunkt. Man steht nicht vor einem Bild sondern wird ein Teil davon. Durch einfachste Architektur werden die Gegensätze Innen – Außen, echt – nachgemacht, Vorstellung – Wirklichkeit zu unscharfen Parametern. Das klassische Bildtableau ist aufgesprengt in viele Einstellungen durch den Betrachter, der sichtbare Oberflächen und Strukturen in eine visuelle und räumliche Beziehung zueinander bringt. Die Bildmotive sind von Nimmerfall zum Teil am Computer überarbeitet oder auch vollständig simuliert und bekannten Fernsehatmosphären angeähnelt: Executive Office sieht aus wie beispielsweise ein Büro aus der TV-Serie Dallas. Die eingestreuten Stimmungsbilder in Hollywoodfilmen sind kein Stück ‚echter’ als Nimmerfalls angeeignete Motive, sondern beide sind mediale Artefakte und beanspruchen ihre eigene Wirklichkeit. In Nimmerfalls schweigsamem, leergefegtem Büro-Raum-Bild sind die Gespenster der Postmoderne zu Hause.

Zitiert nach Ausst.-Kat. Karina Nimmerfall, Diamonds on Velvet, Wien 2004, o. P.)