Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

VIDEOPANEL 2008 - 25. Januar bis 1. Februar 2008, Clemens-Schultz-Straße 85-87, Hamburg St. Pauli

Videoform Filmform

Amie Siegel

Amie Siegel *1974, lebt in New York und Berlin

Ausstellungen und Screenings (Auswahl)
2007 Les rencontres internationales, Circulo des Bellas Artes, Madrid
2006 Forum Expanded, KW Institute for Contemporary Art, Berlin
2006 Dorit Margreiter/Amie Siegel, Edith-Ruß-Haus, Oldenburg
2005 PACIFIC FILM ARCHIVE, BERKELEY, CALIFORNIA
2005 MUSEUM OF FINE ARTS BOSTON
2004 Film Forum, New York
2004 ANDY WARHOL MUSEUM, PITTSBURGH
2003 Official Selection Jerusalem International Film Festival
2003 Official Selection Berlin International Film Festival

Stipendien/Preise (Auswahl)
2007 John Simon Guggenheim Memorial Foundation Filmmaking Fellowship
2005 Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, Oldenburg
2005 Individual Artist Award, Film & Electronic Media, New York State Council for the Arts
2003 DAAD Berliner-Künstlerprogramm

Berlin Remake

2005, 2-Kanal Videoinstallation, verschiedene Filmformate auf DVD,
Farbe und S/W, Ton, 18 Min., Loop

Eine verblüffende Parallelwelt über historische Zeitspannen hinweg lässt sich mit Amie Siegels 2-Kanal Videoprojektion Berlin Remake betrachten. Aus alten DEFA-Filmen der Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre hinein hat sie Sequenzen in Schwarz/Weiß und in Farbe ausgewählt und 2005 im wieder vereinigten Berlin detailgenau am Originalschauplatz nachgestellt. Gleiche Bewegungen der Protagonisten damals und heute, Kameraschwenks, synchrone Unschärfen der Brennweite, zwei mitunter zögernde und wie suchend wirkende Kameraaugen nebeneinander wecken den Jagdinstinkt des vergleichenden Beobachters.

Ein Remake bezeichnet nach Umberto Eco im Grunde das ‚Wiedererzählen einer erfolgreichen Geschichte’, das Vergangenes wiederholt im neuen Look, oder anders gesagt eine Wiederholung als Differenz. Siegel belebt manche Filmszenen mit Schauspielern, am stärksten sind ihre Remakes aber dann, wenn die neuen Bilder menschenleer bleiben. Das Dirigentenspiel der Kamera, ursprünglich auf Personen ausgerichtet, macht das Stadtbild und das Filmen selbst erkennbar. Man mag dann nicht von einer Erfolgsgeschichte sprechen, die neu erzählt würde, sondern man sieht ein überzeugendes Ton-Bild, das Dokumentarisches als untrennbar von der Fiktion behauptet und gleichrangig miteinander stehen lässt.