Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

VIDEOPANEL 2008 - 25. Januar bis 1. Februar 2008, Clemens-Schultz-Straße 85-87, Hamburg St. Pauli

Videoform Filmform

Nadim Vardag

Nadim Vardag *1980, lebt in Wien                                                   www.nadimvardag.com                                                                             

Ausstellungen (Auswahl)
2007 Kino wie noch nie, Akademie der Künste, Berlin
2007 This is Happening, Georg Kargl, Wien
2007 Normal Again, Hamburger Hochschule für bildende Künste
2006 Crosskick, Kunstverein Braunschweig
2006 Nadim Vardag, Georg Kargl Box, Wien
2006 Merry go round, Projektraum Schloss Solitude, Stuttgart
2006 Kino wie noch nie, Generali Foundation, Wien

Excerpt (Le Salaire de la Peur)

2007, DVD, S/W, Ton, 3 Sek., Loop

Eine 3-sekündige Einstellung bei Nacht wird in eine kleine Ewigkeit verlängert. Das extrahierte Bewegungsbild erzählt nichts über seine Herkunft aus einem unglaublich spannenden Film. Es wird nicht wieder zu erkennen sein, denn es behauptet, einfach und düster wie es ist, eine Autonomie des Zitats. Es ist ein „Miniatur-Movie“ (H.-J. Hafner), das seine Spannung in Bilddetails aufbaut und nicht durch den Plot erlangt. Nadim Vardag arbeitet mit den Mechanismen zur Erzeugung von Kinoillusionen durch Bewegung, Affektbild und Licht. Er findet im Feld des Kinos sein Material für Installationen, Projektionen und Videoloops. Vardag reproduziert keine charakteristischen Stills für einen Film, sondern er nutzt die Aneignung von Vorbildern zur Erzeugung einer neuen Atmosphäre. Seine gezielte Bildauswahl vermag es, jenseits der Inszenierungen von Filmgefühlen, mit minimalem Aufwand Neugier zu wecken, einen Moment des Nachsinnens, vielleicht gar das Begehren nach Bildern zu stimulieren. Vardag baut auf den Errungenschaften der Künste in den 1970er bis 1990er Jahren auf, die durch Appropriation, Loop, Found-Footage populäre Elemente in die Kunstwelt einschleusten, auch um Bildpolitik und Kunstideologie zu kritisieren. Er profitiert von deren Einsichten und bildnerischen Verfahren und versteht es, sie mit einer ausgeprägten Ökonomie der Mittel effektiv zu nutzen. Filmform und Videoform werden hier miteinander ‚verheiratet’.