Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

VIDEOPANEL 2008 - 25. Januar bis 1. Februar 2008, Clemens-Schultz-Straße 85-87, Hamburg St. Pauli

Videoform Filmform

Sarah Baker

Sarah Baker *1977, lebt in London                                                                 www.sarahbaker.com

Ausstellungen (Auswahl):
2006 LOP, Video Art Fair, Barcelona
2005 Picture This, Museum Dhondt-Dhaenens, Belgium
2004 A Portrait of Bill May, 1 000 000 mph project space, London

Stipendien/Preise (Auswahl):
2006 Arts Council England’s Own Art commission
2004 Arts Council England individual grant
1999 Merit Scholarship, San Francisco Art Institute
1985-94 Synchronschwimmerin, Gold, Silber, Bronze Medaille, USA

Portrait of Bill May

2004 DVD, Farbe, Ton, 7:12 Min., Loop

Bill May ist wahrscheinlich der beste Synchronschwimmer der Welt in einer Disziplin, die eigentlich nur Frauen offen steht. Austrainiert wie ein Griechengott, gleitet er mit der Grazie einer Ballerina scheinbar schwerelos durch den Pool. Sarah Baker kennt ihn seit ihrer Jugendzeit als Synchronschwimmerin vom gemeinsamen Training. Im Alter von 17 Jahren hörte sie auf mit dem Leistungssport, Bill May ist heute Trainer der amerikanischen Olympiaauswahl der Frauen. Das Video portraitiert Bill mit der unverhohlenen Lust am amerikanischen Erfolgstraum, an Louis-Vuitton-Glamour und der No.1-Attitude, und schließlich am Sexappeal des Wasserballetts zum Rap von D12, Usher und Obie Trice.

Synchronschwimmen gibt es als Wettkampfsport seit dem frühen 20. Jahrhundert. Die Aqua-Musicals in Hollywood und der Filmstar Esther Williams machten es in den 1950er Jahren weltweit populär als perfekte Einheit von Show, erotischem Glamour und weiblicher Anmut. Sarah Baker, die sich spielerisch mit den Attitüden des Starkults zwischen Fake und Girlie-Centrefold selbst in Szene setzt, dreht für Bill May das Gender-Problem der badenden Venus um 180 Grad und zeigt einen wettbewerbstauglichen Athleten der Konsumgesellschaft, der bewundernswürdig mit den Geschlechterrollen spielt. Baker kreiert mit einfachen Bearbeitungstechniken des digitalen Videos ein Ornament der Körper, das die Ambivalenz zwischen Affirmation und Kritik an der grenzenlosen Künstlichkeit in Leistungsport und Unterhaltungsindustrie aufzeigt.