Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

VIDEOPANEL 2008 - 25. Januar bis 1. Februar 2008, Clemens-Schultz-Straße 85-87, Hamburg St. Pauli

Videoform Filmform

Cordula Ditz

Cordula Ditz *1972, lebt in Hamburg,
www.corduladitz.de

Ausstellungen (Auswahl)
2007 EHF, Konrad Adenauer Stiftung, Berlin
2006 From Top To Bottom and from End To End, Westbau, Wien
2005 Nomadenoase, Hamburg
2005 Real Presence, Museum of Applied Art, Belgrad

Stipendien (Auswahl)
2007 Else Heiliger Fond der Konrad Adenauer Stiftung
2005 Ditze Begabtenförderung, Hamburg

Nightmare on Elmstreet 02:36:21

DVD, Farbe, Ton, 2:37 Min.

Das Schreckliche am Horrorfilm ist billigerweise die Erwartung des Menschenopfers, die streiflichternden irren Augen und aufgerissenen Münder, die Masken und der Schock vis-à-vis mit dem Killer. Es ist einem nur selten bewusst, wie eng diese Effekte des Films mit der Präsenz von Personen verknüpft sind, insbesondere in einem Horror-Kultfilm der 1980er Jahre, dessen eigentliches Thema die ausschweifenden Phantasien von Teenagern ist. Was aber geschieht, wenn alle diese Seelen herausgeschnitten werden, wenn alle Menschen und Tiere im Film systematisch ausgelöscht werden? Das Erzählformat schrumpft von 91 Minuten Länge auf exakt 2 Minuten, 36 Sekunden und 21 Frames. Der Effekt haschende Schrecken wird zum unheimlichen menschenleeren Filmset. Der Rhythmus gewinnt an Tempo, die Bilder stürzen übereinander, sie geraten ins Stolpern, aber, erstaunlich, ohne ihr Ziel zu verfehlen, denn die Atmosphäre des guten Films bleibt erhalten: ‚sprechende’ Einstellungen, Töne, Architektur, Kamerabewegungen, Farbigkeit und düsteres Licht. Der zerhackstückte Horror wirkt unverstellt, wie befreit von den quälenden Bildern, den pubertären Angstprojektionen und adulten Phobien. Als ob man die Augen öffnete und weiter träumte.