Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

VIDEOPANEL 2008 - 25. Januar bis 1. Februar 2008, Clemens-Schultz-Straße 85-87, Hamburg St. Pauli

Videoform Filmform

Astrid Nippoldt

Astrid Nippoldt *1973, lebt in Bremen und Berlin
www.astridnippoldt.de

Ausstellungen (Auswahl)
2007 Made in Germany, Kunstverein Hannover
2007 Kunstpreis der Böttcherstraße, Kunsthalle Bremen
2006 New Narratives/Strangely Familiar, Centre Culturel de Suisse, Paris
2003 Festival International d’Art Vidéo de Casablanca, Villa des Arts, ONA Foundation, Marokko

Stipendien/Preise (Auswahl)
2007 ars viva 07/08 Sound, Preis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft im BDI
2006 Villa Massimo Rom
2004-2005 Arbeitsstipendium der Jürgen-Ponto-Stiftung, Frankfurt am Main
2004 Cité Internationale des Arts Paris Stipendium der Kulturstiftung der Länder
2002-2003 5. Stipendium Junge Kunst in Essen 

Fog on Nov. 2

2004/2007, Webcam übertragen auf DV, übertragen auf 16 mm Film,
Farbe, kein Ton, 16:12 Min., Loop

Immer wieder steht zu befürchten, dass der majestätische Mount St. Helens, im Süden des Bundesstaats Washington in den USA gelegen, erneut ausbricht. Der Vulkan gehört zu der Kette der Kaskaden im pazifischen Feuergürtel. Er hat für die Indianer der Nordwestküstenkultur mythische Bedeutung. Sie nannten ihn Louwala-Clough, Feuerberg, und schrieben ihm weiblichen Geist zu, wegen seiner schönen Form. Später hieß der Berg auch Fuji-san of America. Ein Ausbruch zerstörte 1980 seine Ebenmäßigkeit. Im Oktober 2004 kam es zu weiteren seismischen Aktivitäten. Ranger stellten eine Überwachungskamera auf, die alle fünf Minuten ein Status-Bild per Internet in die Welt sandte.

Am 2. November 2004 fanden die U.S. amerikanischen Präsidentschaftswahlen statt. Astrid Nippoldt speicherte die Vulkanbilder dieses Tages auf ihrer Festplatte, bearbeitete sie als Digital Video und kopierte die Daten anschließend auf 16 mm Film. Zu sehen ist die umgekehrte Übertragungsrichtung: mit einem 16 mm Filmprojektor wird das transferierte Video aus Einzelbildern einer Webcam in einer Endlosschlaufe abgespielt. Der Berg im Nebel aus elektronischen Artefakten zeigt Erhabenheit und Schönheit neben der ratternden Melancholie eines Projektors. Das Bild könnte direkt auf Hokusai oder europäische Vulkanbilder des 18.-19. Jahrhunderts verweisen, wenn es nicht so technisch erzeugt und in den aktuellen politischen Kontext gerückt worden wäre. Es braucht ein gutes Händchen, um parallele Ereignisse lapidar miteinander zu verknüpfen