Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

VIDEOPANEL 2008 - 25. Januar bis 1. Februar 2008, Clemens-Schultz-Straße 85-87, Hamburg St. Pauli

Videoform Filmform

Eske Schlüters

Eske Schlüters *1970, lebt in Hamburg                                                          www.eske-schlueters.de

Ausstellungen (Auswahl)
2007 Kronacher Videopreis
2007 ZwischenFiguren or dependency is a marvelous thing, (mit Katrin Mayer) White Space, Zürich
2006 Sehen als Denken sehen, Museum für Gegenwartskunst, Siegen
2005 22. Kasseler Dokumentarfilm und Videofest, Kassel
2004 ACADEMY. Teaching Art, Learning Art, Kunstverein in Hamburg

Stipendien (Auswahl)
2007 Förderpreis 2008 Arthur-Boskamp-Stiftung M1 Hohenlockstedt
2007 Stipendium Künstlerstätte Bleckede, Lüneburg
2006 Stipendiatin Studienkolleg, Hamburg
2004 Stiftung Kunstfonds Bonn für institutionelle Einzelausstellung

Involuntary Memory. Moebiusloop

2005, DVD, Farbe, Ton, 4:25 Min., Loop

Eske Schlüters untersucht die heutige visuelle Kultur in ihrem ureigensten Medium, dem audiovisuellen Bewegungsbild. Sie arbeitet mit vorgefundenen Filmbildern und Tönen aus ihrem ‚Lieblingskino’, dem von großartigen Regisseuren geprägten Autorenfilm. Kurze, scheinbar nebensächliche Filmsequenzen nimmt sie auseinander und montiert sie zu eigenwilligen Bildfolgen über das Verschwinden und das Gedächtnis. Der Titel ihres Videos Involuntary Memory geht zurück auf den Literaten Marcel Proust, der mit dem unwillkürlichen Gedächtnis eine Erinnerungsform beschrieben hat, die ausgelöst wird durch Sinneswahrnehmungen wie Geschmack oder Geruch. Dieses Körpergedächtnis beschreibt eine neue Form von unbewusster Subjektivität für die Moderne. Der Titelzusatz Moebiusloop weist das Video darüber hinaus als einen echten Loop aus, in dem das letzte Bild nahtlos in das erste übergeht und die Geschichte auf der Stelle tritt. Die mathematische Moebiusschleife besteht trotz zweier Seiten nur aus einer Oberfläche mit einer Kante.

Schlüters überträgt die in der Wiederholung aufscheinende Differenz, ein Kennzeichen des Kinos, auf die inhaltliche Ebene der visuellen Erinnerung. Ihre Arbeitsweise wäre daher ebenso dekonstruktiv wie feministisch, wenn man die Transformation der Bilder von Autorenfilmern als feministischen Standpunkt behaupten will. Treffender ist es aber, die Aneignungen von Schlüters in einer definitorischen Unschärfe zu belassen, denn ihre gesellschaftspolitische Aussage lastet nicht auf dem plakativen Einzelmotiv oder der Schlüsselszene, sondern sie steckt im Anschluss zwischen den Bildern, dort wo es weniger zu sehen, als vielmehr auf poetische Weise zu verstehen gibt.