Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

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Videopanel 2011

19. – 27. Februar 2011

Altonaer Museum, Hamburg

Haus

STILE DER STADT - VIDEOPANEL 2011 / Haus

3. Internationales Videokunstfestival Hamburg
Altonaer Museum, Museumsstraße 23, Hamburg

Eröffnung am 18. Februar 2011, 19.00 Uhr

Finissage und Preisverleihung am 27. Februar 2011, 16.00 Uhr

Die weltumspannende Finanzkrise begann auf dem amerikanischen Immobilienmarkt. Im September 2008 brach er wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Eine schwache Ökonomie dient gerne als Argument für Einschnitte im „Luxusgut“ Kulturhaushalt, doch das Haus ist als Ort der Kultur mit dem Ort der Wirtschaft von alters her eng verwoben. Man wird diesen anspruchsvollen Geist nicht so schnell los. Im Altgriechischen bezeichnet oikos, ausgehend von der Herdstelle, die Familienbande als Mittelpunkt des Lebens. Später wurden auch der Wirtschaftshof und größere Versammlungsbauten so genannt. Das heutige Museum ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts, der es zunehmend ökonomisch an den Kragen geht.

Für das dritte Videopanel, diesmal zum Thema Haus / House, war das Altonaer Museum eine Option unter mehreren anderen Orten. Die Schließungsabsichten des Hamburger Senats Ende 2010 haben die Wahl dieses Museums als Ausstellungsort nur bekräftigt. Auch alle beteiligten Künstler und Künstlerinnen fanden diese spezielle Situation sehr interessant, weil sie unweigerlich die Frage aufwirft, wie sie selbst und wir alle in Zukunft mit der Institution Museum umgehen wollen. Aus gegebenem Anlass wird neben den zeitgenössischen Videos zum Thema gleich das ganze Haus in seiner kulturpolitischen Situation ausgestellt. Das Videopanel bietet eine künstlerische Plattform für politische Auseinandersetzungen, arbeitet aber weniger plakativ als Protesttransparente. Das Engagement für zeitgenössische Kunst im Kontext eines kulturhistorischen Museums gibt Hinweise, wie eine spartenübergreifende Zusammenarbeit aussehen könnte. Im Kontext mit dem manchmal etwas altmodischen Intérieur ist nicht allein eine Wechselwirkung auf dem Feld der Kunst möglich. Man wird die Videobilder und Töne immer in Verbindung mit der prekären Situation des Hauses bringen und im Hinterkopf auch mit der städtebaulichen Entwicklung des Stadtteils. Die Sammlung wird durch die zeitgenössische Videokunst in ein neues und aktuelles Licht gerückt.

Künstler: Ulf Aminde (Berlin, D), Guy Ben-Ner (Tel Aviv, IL), Ulla von Brandenburg (Hamburg und Paris, F), Sébastien Caillat (Saint Vincent de Mercuze, F), Jeanne Faust (Hamburg, D), Franz Hoefner/Harry Sachs (Berlin, D), Volko Kamensky (Hamburg, D), Lærke Lauta (Kopenhagen, DK), Stephan Mörsch (Berlin, D), Christoph Rütimann (Müllheim, CH), Hans Schabus (Wien, AU), Corinna Schnitt (Braunschweig, D), Mark Wallinger (London, UK).

Jury

Dellbrügge & de Moll (Künstler, Berlin und Hamburg)
Dr. Vanessa Hirsch (Altonaer Museum, Hamburg)
Wolf Jahn (Journalist, Hamburg)
Dr. Sabine Maria Schmidt (Museum Folkwang Essen)
Prof. Dr. Kathrin Busch (Universität der Künste, Berlin, und Merz Akademie, Stuttgart)