Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

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Videopanel 2011

19. – 27. Februar 2011

Altonaer Museum, Hamburg

Haus

Volko Kamensky

Volko Kamensky *1972
lebt und arbeitet in Hamburg

Ausstellungen und Filmfestivals (Auswahl) (S – Solo; G – Gruppen)
2010 Der offene Garten, Städtische Galerie Nordhorn (G)
2010 Media City Film Festival, Windsor, Kanada
2009 Erkenne die Lage, Duisburger Filmwoche 33 (Uraufführung Oral History)
2004 Museum für Gegenwartskunst Siegen (S)

Filme (Auswahl)
2004 Alles was wir haben / All That We Have
1999 Divina Obsesión

Preise und Förderungen
2009 Filmförderung Hamburg, Kulturelle Filmförderung Schleswig-Holstein, Unabhängige Landesanstalt für Rundfunk und /and neue Medien (ULR) (Oral History)
1999 Förderpreis der deutschen Filmkritik
1999 Dokumentarfilmpreis des Goethe Instituts

ORAL HISTORY

A report from the land of the Brothers Grimm

2009, 35 mm Film auf BluRay , Farbe, 1:1,66, Ton (Dolby Surround), 22 Min.
Deutsch mit englischen und französischen Untertiteln
Regie, Produzent, Schnitt: Volko Kamensky; Kamera: Uli Fischer;
Kamerabühne: Dirk Herzog; Ton: Julian Rohrhuber

Unterstützt durch Filmförderung Hamburg, Kulturelle Filmförderung Schleswig-
Holstein, Unabhängige Landesanstalt für Rundfunk und neue Medien (ULR)

Der Film beginnt mit einem Paukenschlag, der zu einem raunenden Trommelsound wird, und einer Kameraeinstellung, die wie aus Kinderaugen, mit angehaltenem Atem, auf die hinter dem Zaun liegende, märchenhafte Welt blickt. Die Kamera bewegt sich kaum wahrnehmbar, ein Telefon klingelt, eine Frauenstimme beginnt zu erzählen. Die langsamen Fahrten, die immer bildparallel an Häusern und Landschaften vorbei geführt werden, wecken leise Zweifel an der Wirklichkeit hinter den Bildern. Sie zeigen Freilufttheaterkulissen. Die Ausschnitte sind so gewählt, dass der Blick über die Objekte im Vordergrund in die Bildtiefe gelenkt wird. Darin erinnert der Film an traditionelle Landschaftsmalerei mit ihrer Aufteilung in gestaffelte Bildgründe. Kamenskys Konzept, oder vielmehr die Versuchsanordnung seines Films Oral History, wird mit dem Abspann offenbart: er kauft sich für 1.99 €/Min. Geschichten von Frauen, die für öffentlich beworbene, kostenpflichtige Telefonhotlines arbeiten. Sein Anliegen ist offen ausgesprochen und doch ist die Arbeit der Frauen am Hörer ebenso uneindeutig, wie das Schlüsselbild vom „Dorf am Waldrand“, zu dem sie ihm etwas erzählen sollen. Jede der Geschichten ruft Urbilder eines kollektiven Gedächtnisses auf wie beispielsweise Kindheit und Erwachsensein. Die Stimmen wurden nachträglich mit den tonlos gedrehten Filmbildern und aus Archiven stammenden Sounds verkoppelt. Oral History macht die Glaubwürdigkeit von Film und Telefon durch das Erzählen und Phantasieren der Stimmen ein wenig unwägbar und gleichzeitig ist die erzählte Geschichte immer auch eine versteckte, wie durch Lücken eines Zauns gesehene Bedingung der dokumentierten Wirklichkeit.