Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

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Videopanel 2011

19. – 27. Februar 2011

Altonaer Museum, Hamburg

Haus

Hans Schabus

Hans Schabus *1970 Watschig, Österreich
lebt und arbeitet in Wien, Österreich

Ausstellungen (Auswahl) (S – Solo; G – Gruppen)
2010 6. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, Berlin (G)
2008 I repeat myself when under stress, Museum of Contemporary Art Detroit, USA (G)
2005 Das Letzte Land (The Last Land), Österreichischer Pavillon, 51. Biennale Di Venezia, Italien (S)
2002 Manifesta 4 – Europäische Biennale zeitgenössischer Kunst, Frankfurt

Preise und Stipendien (Auswahl)
2006 Arnold Bode Preis, Kassel
2005 MAK Schindler Scholarship, Los Angeles
2002 Staatsstipendium für bildende Kunst, Wien
2001 Hilde-Goldschmidt Preis, Kitzbühel

Atelier

2010, HD Video auf BluRay-Disc (CinemaScope 1:2,35 auf 16:9),
Farbe, Ton, 9:28 Min.
Kamera, Schnitt: Robert Schabus,
Ton aus: Sam Peckinpah - The Wild Bunch, 1969


Unterstützt durch Institut d’art contemporain, Villeurbanne/Rhône-Alpes

Ein Hinterhof, Straßen der Stadt, Geräusche von Menschen, spanische Wortfetzen, englische Stimmen. Eine Gitarre wird angeschlagen zu einem mexikanischen Lied. Der Ton klingt wie aus einer anderen Welt. Die Bildfolge zeigt eine schrittweise Annäherung von der Straße in ein Atelier. Die Akustik baut sich langsam auf zu einer 5-minütigen Vollblutballerei: „Fight!“, ächzt der letzte Sterbende in dieser Massenschießerei. Hans Schabus hat die Umgebung sowie das menschenleere Innenleben seines Wiener Studios exakt nach den Einstellungen, Brennweiten und Kamerabewegungen des Showdowns aus Sam Peckinpahs The Wild Bunch (1969) filmen lassen. Der legendäre Western schildert den Tod des eigenen Filmgenres anhand einer Geschichte über die Sehnsucht nach Freiheit von zwiespältigen, aber ehrenhaften Charakteren. Die heutigen Bilder sind an den Soundtrack des CinemaScope-Originals gekoppelt. Durch die punktgenaue Versetzung der Tonspur in einen anderen visuellen Zusammenhang entsteht für Auge und Ohr ein neuer Ort. Bild und Klang greifen aus in den Raum und entfalten ein erzählerisches Eigenleben zwischen Gegensätzen. Atelier zelebriert in der Geschichtlichkeit von Medien deren Mythenbildungen und in der virtuellen Projektion das materielle Gedächtnis. Das Atelier ist ein besonderer Raum des Schaffens und der Zerstörung. Schabus führt dies in seinen Extremen vor Augen und vor Ohren – vielleicht als eine Bedingung der Kunstproduktion. Im Altonaer Museum geschieht das zwischen mannshohen Glasvitrinen mit Segelschiffsmodellen, die um 1900 entstanden sind.