Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

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Videopanel 2011

19. – 27. Februar 2011

Altonaer Museum, Hamburg

Haus

Ulf Aminde

Ulf Aminde *1969 in Stuttgart
lebt und arbeitet

www.ulfaminde.com

Ausstellungen (Auswahl) (S – Solo; G – Gruppen)
2010 Viel Glück und Erfolg!, Städtische Galerie Nordhorn (G)

2009 PLAYING THE CITY, Schirn Kunsthalle, Frankfurt (G)
2007 Strasse ist Strasse und keine Konzeptkunst, GAK Bremen (S)
2006 Von Mäusen und Menschen, 4. Berlin Biennale (G)

Preise und Stipendien (Auswahl)
2010 Berliner Senat Arbeitsstipendium
2008 Stiftung Kunstfonds Bonn, Arbeitsstipendium
2006 Autoren- und Produzentenpreis des Jungen Theaters Bremen
2004 Nafög Stipendium

lust

2007 Mini DV, PAL, übertragen auf DVD, Farbe, Ton, 11:43 Min.

Courtesy Tanja Wagner

Du siehst Standbilder, unterbrochen von Schwarz, ihr Wechsel ist getaktet durch das Klicken einer Computermaus. Blickt der Betrachter in eine Wohnung oder die Akteurin auf die eigenen Bilder? Dann würden wir plötzlich an ihrer Stelle schauen. Der Positionswechsel ist denkbar, aber kaum merklich. Die Hochhaussiedlung, ihre Fassade schräg von unten fotografiert, eine Perspektive die den Betrachter fixiert, ihn ausliefert an die Architektur. Schnell weiter, das nächste Bild, so geht es in einem fort. Blicke in Orte, die kaum zum Verweilen einladen. Das Interieur einer Wohnung, abgewirtschaftet bis an die Grenze der Verwahrlosung. Aber der Rhythmus der Bilder ändert sich wieder. Sie stehen etwas länger vor Augen, ab und zu gehen sie in Bewegtbilder über. Eine Frau bewohnt die Räume mit ihren drei Hasen. Die Kamera beobachtet sie ruhig und vertraut, aus verschiedenen Blickwinkeln und Distanzen bei ihrem täglichen Tun. Sie verlässt die Wohnung nie, ihr Bildschirm und das Internet sind ständig in Funktion. Ulf Aminde schafft Zwischenräume der Begegnung mit ungewöhnlichen Menschen. Er baut Situationen, die des mitunter strengen Aromas der Theatralität und des Scheiterns nicht entbehren. Angesichts der Hinfälligkeit der Oberflächen, wird die Kamera dennoch nicht zur Komplizin des schnellen Urteils. Wer genau schaut und fühlt, der sieht die Würde des anderen Lebens, aufgezeichnet in dessen eigenen vier Wänden, sei es das Haus, der Körper oder das öffentliche Auftreten, und erlebt schließlich gar die Irritation der eigenen Wertsphäre beim Betrachten der Anderen.