Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

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Videopanel 2011

19. – 27. Februar 2011

Altonaer Museum, Hamburg

Haus

Stephan Mörsch

Stephan Mörsch *1974 in Aachen
lebt und arbeitet in Berlin

Ausstellungen (Auswahl) (S – Solo; G – Gruppen)
2010 Landnahme, Marta Herford (S)
2009 The Forgotten Bar Project, Galerie im Regierungsviertel, Berlin (G)
2007 Transfer Türkei - NRW, Ludwig Forum, Aachen; Museum Bochum; Ausstellungshalle für moderne Kunst, Münster; Santral Istanbul, Türkei (G)
2005 Modellräume - Bühnen, Spielfelder, Versuchsanordnungen, Städtische Galerie Nordhorn (G)

Preise und Stipendien (Auswahl)
2009 Werkstattförderung Hauptstadtkulturfonds, Berlin
2006/07 Reisestipendium Transfer Türkei - NRW
2006 Hamburger Arbeitsstipendium für bildende Kunst
2003/04 Karl H. Ditze Diplom Sonderpreis

Ärmelkanal / Nordfrankreich

Strandhütte, Ärmelkanal / Nordfrankreich, 2004
Styropor, Spachtelmasse, Holz, Farbe, Videokamera, CCTV-Monitor
50 x 85 x 54 cm

Strandbar, Ärmelkanal / Nordfrankreich, 2004
Styropor, Spachtelmasse, Holz, Farbe, Videokamera, CCTV-Monitor

Bunker, Ärmelkanal / Nordfrankreich, 2004
Styropor, Spachtelmasse, Holz, Farbe, Videokamera, CCTVMonitor
51 x 50 x 93 cm

Diverse Zeichnungen
Grafit auf Papier, je 21 x 29,5 cm

Die Modelle von Stephan Mörsch sind detaillierte Nachbauten von Architekturen im Maßstab 1:10. Seine Graphitzeichnungen scheinen hingegen, in ihrer verschliffenen Präzision und Intensität an graphic novels erinnernd, von einer diskontinuierlichen Annäherung an die realen Gebäude und deren Umgebung zu erzählen. Die Modelle der Strandhütte, der Strandbar und des Bunkers, vom Typ eines Beobachtungsbunkers, wiederholen Gebäude, die sich durch ihre Formensprache auszeichnen, und die durch ihre Entstehung und Funktion besonderer, denkmalgeschützter Teil der jüngeren Geschichte sind. Nach dem Krieg dienten die Bunker als Fundamente für Strandhütten, die zu Zeichen für den sich seit der Nachkriegszeit wieder entwickelnden Tourismus wurden. In den für Einblicke von außen unzugänglichen Modellen sind Videokameras angebracht. Der mit der Kamera im Inneren verbundene Monitor ist außen platziert. Mörsch stellt eine Situation her, die das Medium Video in seiner Eigenschaft der gleichzeitigen Aufnahme und Wiedergabe, sowie der räumlichen Trennung von Aufzeichnungs- und Abspielgerät inszeniert. In dieser closed-circuit- Situation (CCTV) ist der Betrachter, ähnlich wie in den Überwachungs-Systemen der 1970er Jahre von Bruce Nauman, integraler Bestandteil der Arbeit. Er verschafft sich Einblick in einen Raum, aus dem er ausgeschlossen ist. Diese Verkehrung der Lage der Bunkersituation, in der das Beobachtungsobjekt zum beobachtenden Subjekt wird, führt den neugierig suchenden Blick des Betrachters als grenzüberschreitenden, nahezu gewaltsamen Akt vor Augen.