Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

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Videopanel 2011

19. – 27. Februar 2011

Altonaer Museum, Hamburg

Haus

Christoph Rütimann

Christroph Rütimann *1955 in Zürich, Schweiz
lebt und arbeitet in Müllheim/Thurgau, Schweiz

Ausstellungen (Auswahl) (S – Solo; G – Gruppen)
2009 Vermessen. Strategien zur Erfassung von Raum, Bündner Kunstmuseum Chur, Schweiz (G)
2007-2008 Der große Schlaf und mehr: eine Werkschau, Kunstmuseum St. Gallen, Thurgauer Kunstmuseum, Schweiz, Kunstmuseum Bonn (S)
2004 Ich will das du mir glaubst, 9. Triennale für Kleinpastik, Fellbach (G)
1993 Schiefe Ebene, 45. Biennale di Venezia, Chiesa San Stae, Italien (S)

Preise und Stipendien (Auswahl)
2007 Kunst und Kulturpreis der Stadt Luzern
2005 Internationaler Kunstpreis des Landes Vorarlberg
2000 Prix de la Fondation d’Art graphique de la Suisse

Handlauf

2010 Handlauf Prime Tower; Video HD 9:16, 31 Min., Loop
2006 Handlauf Karstadt Altona; Video SD 4:3, 10 Min. Loop

Courtesy Galerie Mai 36, Zürich

„Wie teilt sich mir die Welt mit?“, ist eine der wichtigen Fragen in Christoph Rütimanns Kunst, die mit den Begriffen Linie, Fläche und Raum verknüpft ist. Beide Videos veranschaulichen diese Thematik auf eindringliche, den Körper affizierende Weise. In den Videos Handlauf Prime Tower und Handlauf Karstadt Altona fährt Christoph Rütimann mit der auf einen Handwagen montierten Kamera systematisch an ihm zugänglichen Kanten der Gebäude oder ihrer Inneneinrichtung entlang. Er erstellt so ein visuelles und klangliches Profil der Architektur und des sie umgebenden, wie ebenso von ihr erzeugten Raumes. In Handlauf Prime Tower bewegt sich die Kamera in rasanter Geschwindigkeit über Rohre, Kanten und andere Elemente eines Rohbaus. Sie erkundet vom Boden bis zum obersten erreichbaren Stockwerk das derzeit im Bau befindliche und künftig höchste Gebäude der Schweiz. Von dem Prestigeobjekt einer Schweizer Investmentfirma wird auf diese Weise eine dreidimensionale Bauzeichnung erstellt. Der Fokus ist in die Bildtiefe gerichtet, so dass man einer sich endlos in den Raum fortzeichnenden und doch ständig unterbrochenen Linie folgt. Den Schnitt gibt die Länge der Kanten vor. Unnachgiebig wird das Auge dicht an Flächen herangeführt, um sofort wieder losgerissen zu werden. Die Peripherie des Bildes scheint zu entgleiten. Durch die nicht gedämpften Rollen und unterschiedliche Oberflächen entstehen Geräusche, die sich mit dem Lärm der Baustelle mischen und ein ebenso eintöniges wie monumentales Klanggebilde ergeben. Das Video Handlauf Karstadt Altona erfährt auf dieselbe Weise das in den 1970er Jahren gebaute, inzwischen im Abbruch befindliche Karstadtgebäude in Hamburg-Altona.