Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

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Videopanel 2011

19. – 27. Februar 2011

Altonaer Museum, Hamburg

Haus

Harry Sachs/Franz Hoefner

Franz Hoefner *1970 in Starnberg / Harry Sachs *1974 in Stuttgart
Zusammenarbeit seit 1996, leben und arbeiten in Berlin

www.skulpturenpark.org

Ausstellungen und Projekte (Auswahl)
2010 Land’s End, mit KUNSTrePUBLIK e.V., Berlin
2009 Fontaine, in the context of Nuit Blanche, Metz, Frankreich
2008 Forum Arcaden, Kunstverein Gera
seit 2006 Skulpturenpark Berlin Zentrum – KUNSTrePUBLIK e.V., gegründet von Harry Sachs, Philipp Horst, Daniel Seiple, Matthias Einhoff
2002 Mehrzweckhalle, Baumaßnahmen in der Hafencity Hamburg

Preise und Stipendien (Auswahl)
2008 Stiftung Kunstfonds, Bonn
2006 Projektförderung Berliner Senat (Projekt Honey Neustadt)
2003 RADAR Stipendium in Kooperation mit La Biennale di Venezia, 2003
2002 Hamburgische Kulturstiftung, Kulturbehörde Hamburg, Freundeskreis der HfBK (Projekt Mehrzweckhalle)

Robinsonade

2011 Diverse Materialien, HD Video auf DVD, 16:9, Farbe, Ton, ca. 15 Min.

Material verändert sich. Es entwickelt seine eigene Sprache und beflüstert damit die Dinge, die es formt, die Räume, die es gestaltet und die Menschen, die sie bewohnen. Franz Hoefner und Harry Sachs arrangieren Material aus einer Berliner Wohnung zu einem Floß, das nicht betretbar ist. Bei genauer Anschauung beginnt die Installation von einem Zeug zu erzählen, das womöglich ebenso verlässlich wie ausgetretene Bauernschuhe, auf jeden Fall aber lange in Gebrauch war und dadurch eine kleine Geschichte der Anhänglichkeit und des Widerstands in sich birgt. Ein alter Mann lebte über Jahrzehnte in der Invalidenstraße 1, erst Ost-Berlin – dann Ganz-Berlin, um sich schließlich als letzter verbliebener Bewohner des Hauses, doch den Gesetzen des Immobilienmarktes geschlagen geben zu müssen. Er hatte wirklich sehr lange durchgehalten und steht nun vor einer aufgezwungenen, nachhaltigen Veränderung seiner Lebensumstände. Zu dieser Geschichte gehören nicht nur die Worte, mit denen er im Video von sich berichtet, sondern auch die Dinge, die er jahrelang wie Treibgut in den Berliner Straßen um sich gesammelt hat. In den Augen von Hoefner und Sachs sprechen die Bruchstücke aus seinem Zuhause auch über sich wandelnde Zeiten. Der heutige Heimwerkermarkt kennt für Wohnausstattungen nur die Option „neu und unversehrt oder alt und kaputt“ (Hoefner). Die materielle Spurensicherung durch die beiden Künstler fördert dagegen, im Wissen um all die faktischen wie menschlichen Verluste, poetisch differenzierte und lebendige Zustände zutage.