Stile der Stadt, Ein Projekt von Filomeno Fusco und Dirck Möllmann

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Videopanel 2011

19. – 27. Februar 2011

Altonaer Museum, Hamburg

Haus

Guy Ben-Ner

Guy Ben-Ner *1969 in Ramat Gan / Israel
lebt und arbeitet in Tel Aviv

Ausstellungen (Auswahl) (S – Solo; G – Gruppen)
2010 Bilder in Bewegung: Künstler & Video, Museum Ludwig, Köln (G)
2009 Performa 09, The 3rd Biennial of New Visual Art Performance, New York, USA (G)
2007 Skulptur.Projekte 07, Münster (G)
2005 Treehouse Kit, Israelischer Pavillon, 51. Biennale di Venezia, Italien (S)

Preise und Stipendien (Auswahl)
2008 Sandberg Preis, Israel Museum
2007 1. Preis der KunstFilmBiennale Köln (Stealing Beauty)
2006/07 DAAD Stipendium, Berlin
2005 Hauptpreis Internationaler Wettbewerb der 51. Kurzfilmtage Oberhausen (Wild Boy)

STEALING BEAUTY

2007 Video auf DVD, Farbe, Ton, 17:40 Min.

Mit Elia, Amir, Nava und Guy Ben-Ner; Ton: Magnus Pflüger; Produziert mit Unterstützung des DAAD, Berlin, Fund for Video Art and Experimental Cinema, CCA, The Center for Contemporary Art, Tel Aviv und Israeli Film Council Courtesy Konrad Fischer Galerie, Düsseldorf / Berlin

Der Film Stealing Beauty spielt in den Ausstellungsräumen von IKEA-Filialen, in die sich Guy Ben-Ner mit seiner Familie im Wortsinn gestohlen hat, um dort seinen Film über das Verhältnis von Familie und Eigentum in unserer Gesellschaft zu drehen. Im Stil von Vorabendserien inszeniert er, in den mit Preisschildern ausgestatteten Interieurs, verschiedene Kapitel des familiären Alltags. Die Kulisse, in der die Geschichte dieser idealtypischen Familie spielt, wechselt manchmal auch während einer Szene, da Ben-Ner ohne Genehmigung drehte und offensichtlich die Besitzansprüche des Eigentümers durchgesetzt wurden. Diese Rauswürfe hatten zur Folge, dass der Film in 15 Filialen entstand. Thema der Familiengespräche sind Fragen des Verdienens und Vermehrens von Eigentum, als dessen Ursprung und Bewahrerin die Familie ausgemacht wird. Das Hauptmotiv des Films ist jedoch das Stehlen, das der Film gewissermaßen als Konsequenz der Gespräche behauptet. Der Vater ist Verkünder eines übersteigerten und klischeehaften Materialismus, den die Familienmitglieder, insbesondere die Kinder, zwar befragen, dem sie aber auch kaum entgehen können. Der Sohn stiehlt seinem Schulkameraden Geld, um den Vater für das Vorlesen der Gutenachtgeschichten bezahlen zu können. Der Vater wiederum bezahlt seinen Sohn für die Übernahme des Abwaschens. Händel, die der Vater mit dem Credo „let it circulate“ begrüßt. Am Ende verkünden die Kinder ein Manifest, das alle Kinder zum Stehlen und Bestohlen werden aufruft, um den Besitz in eine andere Zirkulationsbewegung zu bringen.